Daddy time

Geschrieben am 16. Februar 2020 von johanna

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Ich wurde vergangenen Herbst ganz kalt ins Wasser geschmissen. Plötzlich musste ich jede Woche neun volle Stunden die Zeit mit meiner Tochter gestalten. Und am darauffolgenden Tag noch einmal fünf Stunden. Am Anfang zählte ich die Stunden bis meine Frau nach der Arbeit endlich bei der Tür hereinkommen würde. Es fühlte sich so endlos lange an und unsere Tochter weinte viel mehr als gewohnt. Wir besprachen sogar, dass meine Frau mit den Stunden zurück gehen musste, weil sich die gesamte Situation so herausfordernd anfühlte.

Mit der Zeit bemerkte ich jedoch, wie die Stunden viel schneller zu vergehen schienen. Wir fingen an, mit Bausteinen Türme und ganze Landschaften zu bauen. Ich durfte dadurch erfahren, wie kostbar es ist, sich ganz bewusst Zeiten mit seinem Kind einzuplanen. Speziell die Zeit, in der ich alleine bin mit meiner Tochter, lernte ich zu schätzen. Denn in solch einer ‚Quality-time’ verbringt man intensiv Zeit mit dem Kind und lebt nicht einfach sieben Tage die Woche nebeneinander. Diese Zeit geschieht nicht nur so nebenbei. Es ist mir bewusst geworden, dass ich ein großes Privileg habe, diese besondere Zeit mit unserer Tochter zu bekommen. Da ist es mir wert, alles andere hinten anzustellen. 

Ich möchte mit meiner ‚Minna‘ (so nennt sie sich selbst) Beziehung bauen. Sie befindet sich in so einer wichtigen Lebensphase, die bedeutend ist für ihr gesamtes Leben. Auch wenn sie sich später nicht mehr genau an die Dinge erinnern wird, die wir erlebt haben, behaltet sie das Ganze auf der Beziehungsebene. Sie wird es spüren und wissen, dass wir eine Beziehung haben. In schwierigen Zeiten wird es ihr später leichter fallen, mir zu vertrauen. Weil wir jetzt schon so Vieles ausgetauscht und miteinander erlebt haben. Außerdem kann ich in dieser intensiven Zeit ihre Persönlichkeit und ihre Charakterzüge jede Woche viel besser kennenlernen.

Was machen wir nun die ganze Zeit? Gerade in der ‚Daddy time‘ auf Vater und Tochter bezogen, liebe ich es als Vater etwas Riskanteres zu machen, wie z.B. eine Rampe zu bauen und mit dem Auto runter zu fahren. Malia kann davon nicht genug bekommen. Aber sonst: Wir leben einfach den Tag vom gemeinsamen Zähneputzen, kochen, dem Schlafenlegen bis zu Haushaltsarbeiten wie dem Staubsaugen. Überall hilft sie mit. 

Natürlich ist das für mich oft auch eine Geduldsprobe, aber ich mache mir dann immer wieder bewusst, was für uns Erwachsene selbstverständlich ist, muss das Kind erst entdecken und üben können. Alles braucht seine Zeit! Und ich liebe es außerdem den Output zu sehen, der kommt, wenn ich mir die Geduld genommen und sie einbezogen habe. Am Ende zahlt es sich definitiv aus, wenn ich sehe, welch große Freude unsere Tochter dabei hat, selbständig kleine Aufgaben im Alltag zu erledigen und wie gleichzeitig unsere Beziehung wächst. Das sehe ich besonders in den kleinen Gesten zwischendurch, wo ich z.B. eine Umarmung kriege. Das lässt die schwierigen Phasen und die Herausforderungen vergessen.

Ein weiterer Aspekt, der mich an der Zeit mit meiner Tochter so bereichert, ist die eigene Kindheit nochmal erleben zu dürfen. Auch wenn man selbst als Kind keine heile Familie erlebt hat, ist es meiner Meinung nach so wertvoll, mit dem eigenen Kind andere Wege gehen zu können. Dabei ist es mir wichtig nicht aufzugeben, mein Bestes geben zu wollen. Auch wenn ich an manchen Tagen in alte Muster falle, Fehler mache und scheitere, aber auf Sicht des ganzen Lebens sind die kleinen positiven Schritte so wichtig. Bei all dem möchte ich mich nie mit anderen Familien vergleichen, sondern auf die Einzigartigkeit meiner Beziehung zu meinem Kind schauen. Wenn ich Malia beobachte, kann ich Geborgenheit sehen und es erfüllt mich mit großer Freude, dass ich mit meiner Zeit dazu einen Beitrag leisten kann.

Zu meinem Geburtstag, Ende des letzten Jahres, habe ich mir ein Tattoo stechen lassen - ‚Abba Vater‘ (deutsch = lieber Papa) in hebräischer Schrift. Die Liebe meines himmlischen Vaters reicht aus, um selbst ein liebevoller Vater für meine Tochter sein zu können. Er ist alles, was ich je zum Vatersein brauche. Zum Abschluss dieses Textes möchte ich dich ermutigen, die kostbare Zeit mit ‚Abba Vater‘ zu suchen. Er wartet schon auf dich, um mit dir DADDY TIME verbringen zu können. Er liebt dich unbeschreiblich grenzenlos.

Wer schreibt hier? Ich bin Patrick, Mann von Johanna und Papa von Malia. Ich liebe es kreativ zu sein und als Pionier Dinge in Bewegung zu setzen.

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