So klein und so großartig

Geschrieben am 7. April 2019 von johanna

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In der Dunkelheit des Raumes sah ich sie zum ersten Mal in den Händen meiner Hebamme. Sie strampelte und schrie. Ich sah viele dunkle Haare und große schwarze Augen – wie zwei Perlen. So perfekt. So einzigartig. So hilflos und nackt. Und doch so ein starker Blick und Wille. So ein starkes Leuchten in den Augen. Die Zeit schien still zu stehen und jeder Schmerz war vergessen.

Mit keinen Worten dieser Welt könnte ich diesen wunderbaren Moment richtig beschreiben, in dem wir unsere Tochter kennenlernten.

Die Beziehung zu ihr fing jedoch schon im Mutterleib an. Bereits vor der Bestätigung meiner Schwangerschaft, fühlte ich, dass ein neues Leben in mir entstanden war. Als wir dann mit etwa zwanzig Wochen auch ihre Bewegungen spüren konnten, wurde diese Bindung noch deutlich stärker. Wir Menschen sind auf Beziehung und Bindung hin ausgelegt – von unserem ersten Herzschlag an sind wir von Nähe umgeben. 

Ist es nicht ein Wunder wie ein Mensch im Mutterleib erschaffen wird und das Herz schon nach wenigen Wochen zu schlagen beginnt?

In den ersten Tagen und Wochen, die unsere Tochter fast ausschließlich schlafend in unseren Armen verbrachte, kamen wir nicht mehr aus dem Staunen heraus wie klein und wunderbar sie ist. Ich hatte immer wieder denselben Gedanken: „Sie ist unendlich großartig und wertvoll. Nie soll jemand das Recht haben, ihren Wert anzuzweifeln. Sie soll sich unserer Liebe zu ihr immer sicher sein können.“Vom ersten Tag an sagte ich ihr daher täglich, wie sehr ich sie liebe und wie kostbar sie für mich ist.

In den achteinhalb Monaten, die wir nun bereits mit ihr verbringen durften, bin ich als Mama jedoch mehrmals an meine Grenzen gestoßen. Es gab Momente, in denen ich mit meinen körperlichen Kräften am Ende war oder emotional einfach nur Überforderung erlebte – so herausfordernd hatte ich mir das Mama-Sein nicht vorgestellt. Wenn ich in solchen Situationen tief in mir drinnen großen Ärger verspürte, wollten sofort auch Gefühle der Schuld aufkommen. Moment mal, wollte ich meiner Tochter nicht unbedingte Liebe entgegenbringen? War ich gerade tatsächlich verärgert darüber, dass sie nicht einschlief oder nicht aufhörte zu quengeln? War ich wirklich wegen ihr frustriert?Dann folgten Gedanken, in denen ich mich selbst als Mama in Frage stellte und mich mit Anderen verglich. Vielleicht bin ich doch nicht so fürs Mama-Sein geschaffen? Warum bekommen andere Mütter das viel besser hin? Warum wirken sie so entspannt und viel ausgeschlafener als ich?

Der Durchbruch aus diesen Situationen kam jedes Mal in dem Moment, in dem ich ganz ruhig wurde und Gott in mein Herz sprechen ließ. Ich atmete durch und merkte dann, dass mein Ärger und meine Frustration gar nicht gegen meine Tochter gerichtet waren, sondern vielmehr gegen mich selbst. Ich stelle viel zu hohe Erwartungen an mich selbst und gebe mir keine Zeit zum Wachsen – möchte möglichst schnell vorankommen und nichts verpassen. Aber was könnte ich schon verpassen, wenn das großartigste Geschenk direkt in meinen Armen liegt und einfach nur meine Nähe braucht?

Dies alles bedeutet für mich, dass unsere größte Herausforderung als Eltern nicht unsere Kinder sind, sondern wir selbst. Es ist nicht meine Tochter, die meine Frustration oder mein Fehlverhalten verursacht. Der Ursprung dafür liegt in meinem eigenen Herzen. Diese neue Situation des Mama-Seins bringt nur das hervor, an dem ich sowieso schon längst arbeiten hätte sollen. Ich brauche also weder an der Großartigkeit unserer kleinen Zwergin zu zweifeln, noch mich in Schuldgefühlen und Versagensängsten zu wälzen. Ärger und Frustration zu spüren, ist kein Scheitern. Wie ich damit umgehe, ist das Bedeutende. Das einzig Richtige, das ich in solchen Momenten tun kann, ist mein Herz und meine Gedanken auf den Einen zu richten, der die unbedingte Liebe in Person ist – Jesus Christus. Er allein vermag es nämlich, liebevoll an unserem Herz zu arbeiten und eine langfristige Veränderung hervorzubringen. 

Wenn wir uns als Eltern selbst lieben lassen, dann wird es unseren Kindern bestimmt nicht an Liebe mangeln. Dann können wir eine Beziehung ohne Schuldgefühle aufbauen und ihrer Großartigkeit angemessen begegnen. 


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