Verbunden sein

Geschrieben am 24. Januar 2021 von johanna

Kategorie: /

Wann fühlst du dich mit deinen Mitmenschen und besonders mit deinen engsten Familienmitgliedern am meisten verbunden? Was hilft dir, die 'Connection' zu deinen Familienmitgliedern aufrecht zu halten?

Unter 'Connection' verstehe ich das Gefühl der Verbundenheit, das mit einer starken Vertrautheit und der Überzeugung einhergeht, dem Gegenüber nahe zu sein. Dazu gehört auch ein gewisses Wissen darüber, was das Gegenüber beschäftigt, welche Vorlieben es hat, welche besonderen Fähigkeiten und Stärken es ausmachen und in welchen Bereichen es gefordert ist. Kurz gesagt, es geht um die Beziehung zum Gegenüber.

Seit der Geburt unserer Tochter wurde mir immer mehr bewusst, dass ich die Beziehung nicht nur durch gemeinsames Spielen oder gemeinsame Aktivitäten stärke. Es bedeutet vielmehr sie wirklich kennen zu lernen, eine gute Beobachterin zu sein und festzustellen: für was interessiert sie sich im Moment am meisten? was lernt sie gerade? Was frustriert sie? Was bringt sie zum Lachen? Auf welche Weise kann sie ihre angestauten Emotionen oder überschüssige Energie am besten los werden? Was kann ich von ihr lernen?

Mit meiner Tochter Beziehung zu bauen bedeutet für mich nicht nur, in den Glanzmomenten und einfachen Situationen Freude an ihr zu haben. Ich möchte auch ganz bewusst in den Momenten der großen Emotionen bei ihr sitzen und mich für ihre Sichtweise interessieren. Wenn ich sie gut beobachte, werde ich leichter merken, dass sich überschüssige Energie angestaut hat oder sie einfach einen 'Tapetenwechsel' braucht. Ich werde sie dann nicht etwa als 'ungeduldig' oder 'eifersüchtig' abstempeln, aber vielmehr danach fragen, warum ein bestimmtes Verhalten zustande kommt und welche unbefriedigten Bedürfnisse dahinter stehen könnten.

Verbunden zu sein bedeutet nicht, dem Kind den ganzen Tag seine gesamte Aufmerksamkeit zu schenken oder ihm alles zu geben, was es will. Aber es bedeutet immer wieder Momente zu schaffen, in denen es sich wirklich gesehen und akzeptiert fühlt. Und es gibt keine bessere Chance als diese Akzeptanz in Situationen zu zeigen, in denen sich das Kind in einem Zustand befindet, in dem es seine Emotionen nicht regulieren kann.

Fühlen sich Kinder 'connected', erwacht ihre Fähigkeit zu kooperieren. Die Zusammenarbeit oder eine erwünschte Verhaltensänderung ist viel leichter umzusetzen, wenn ich die 'Connection' zu meiner Tochter täglich stärke und an unserer Beziehung baue.

Außerdem hilft es mir, immer wieder einmal am Abend über folgende Fragen nachzudenken:

  • Was sind aktuell Momente oder Aktionen von meiner Seite aus, die unsere 'Connection' hemmen? z.B. genervte Laute von mir zu geben, wenn sie etwas ausschüttet, wenn ich über meine Grenzen gehe,...
  • Wann fühle ich mich aktuell mit ihr am meisten verbunden? z.B. wenn wir lachen und blödeln, wenn wir den Tag besprechen am Abend, wenn ich verlangsame und mit meinen Gedanken wirklich bei ihr bin, wenn ich ihr meine Zuneigung ausdrücke, wenn sie im Haushalt helfen darf,...
  • Welche Aktivitäten oder Connection-Rituale kann ich bewusst einbauen, wenn unsere Verbindung etwas 'gedämpft' zu sein scheint? z.B. Spielen (verstecken, Höhle bauen, Puppen kleiden und bekochen,...), im Bett liegen und plaudern/Bücher ansehen, gemeinsam baden, sie im Haushalt helfen lassen, Worte der Zuneigung, ihr zu folgen was auch immer sie unternehmen möchte und dies in ihrem Tempo,...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Folg uns auf Social Media:

Copyright © Laut Leben


linkedin facebook pinterest youtube rss twitter instagram facebook-blank rss-blank linkedin-blank pinterest youtube twitter instagram